Dualität

 Bronze polychrome – diamètre 100 cm Diese Skulptur stellt eine Reflexion über Leben und Tod anhand der Symbolik der Jahreszeiten dar. Leben und Tod gehören zu ein und demselben Zyklus und geben einander Kraft. Aus eben diesem Grund ist die Skulptur rund.
Auf der linken Seite befindet sich eine Darstellung des Lebensprinzips in Form einer Allegorie des Frühlings, der hauptsächlich durch vielzählige, in Bronze verwandelte Kirschknospen symbolisiert wird.
Dieses Symbol des Knospens wird mehrere Male wieder aufgenommen werden. In meinem symbolischen Vokabular stellt der Knospen ein Symbol des Lebens dar, weil er in sich die Zusage der zukünftigen Blume und der Frucht trägt.
Auf der rechten Seite wird das Todesprinzip durch eine Allegorie des Winters repräsentiert, den ich gegenständlich nicht in Form eines menschlichen Schädels dargestellt habe, sondern in Form des Schädels eines Hundes, womit ich ausdrücken möchte, dass die Todesangst als etwas sehr Primitives in uns ist.
Übrigens findet sich auch eine symbolische Darstellung des Winters in Form einer Schlange wieder, denn die Schlange ist ein kaltblütiges Tier, das die meiste Zeit über regungslos ist, dabei aber völlig lebendig ist wie der Winter, der in seiner eisigen Erscheinung die Wiedergeburt des Frühlings vorbereitet.
Sehen Sie, dass selbst wenn Leben und Tod sich einander gegenüber stehen, das Leben seinen Kopf leicht abwendet, denn mit Ausnahme einiger außergewöhnlicher Geschöpfe ist es uns unerträglich dem Tod ins Gesicht zu sehen.
Gewiss gehören Leben und Tod ein und demselben Zyklus an, aber ich wollte eine sehr starke Trennung schaffen zwischen dem, was lebendig ist und dem, was tot ist, indem ich die Spitze zwischen den beiden geschaffen habe.
Jene Spitze ist etwas ganz Besonderes, denn an ihr befindet sich ein in ganz eigentümlicher Weise geknotetes Seil.

Es liegt eine Entsprechung der hebräischen Buchstaben und der Zahlen vor. Die Zahl der Knoten, aus denen das Seil besteht (10-5-6-5) ist eine Darstellung des heiligen Tetragramms.
Für mich war dies eine Möglichkeit den Gottesgedanken zwischen dem Leben und dem Tod einzubringen.
Ein letzter Aspekt, mit dem ich mich lange auseinandergesetzt habe, ist jene Art von Zufall, die das Schicksal zu leiten scheint, denn es ist unbegreiflich warum die eine Person am Leben ist und die andere Person tot ist. Aus diesem Grund habe ich jene Figur mit einem Würfel aufgenommen, wobei ich an den Vers des Dichters gedacht habe, der lautet : „Ein Wurf des Würfels wird niemals den Zufall aufheben.“