Kirchenlied des Kirchenlieder

Bronze, fonte à la cire perdue – H 96 x 112 x 37 cm (ouvert)

Das geschlossene TriptychonDie Symbolik
Das Hohe Lied ist ein Liebesgedicht, das Salomon zugeschrieben wird, und es ist so schön, dass es für die Liebesdichtung eine Art Prototyp geworden ist. Dieser Liebesgesang zwischen den zwei Protagonisten ist so körperlich und so anschaulich, dass man sich fragen kann warum er sich in einem heiligen Buch wiederfindet.
Tatsächlich gibt es zwei Ebenen der Lektüre des Hohen Liedes: die erste Ebene, die profane Ebene: die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau; dies ist die wörtliche Ebene, die Ebene des Augenscheinlichen. Die zweite Ebene der Lektüre: jene weltliche Liebe muss in eine heilige Liebe übertragen werden, die zwischen Gott und den Menschen existiert. Das Hohe Lied ist von den größten Künstlern illustriert worden (vor allem von Matisse), und ich gebe Ihnen hier eine sehr persönliche Deutung.

 

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Sie können zur Rechten des Liedes eine Säule in ägyptischem Stil sehen, die dazu dient an die zwei Säulen zu erinnern, die sich an der Kopfseite des Tempels Salomos befanden (wir haben eine sehr präzise Beschreibung des Tempels Salomos im Alten Testament). Diese Säule ist in ägyptischem Stil, da Hiram, der Architekt des Tempels eine Erziehung in ägyptischen Schulen erhalten hat.
Sie können wahrnehmen, dass auf der linken Seite man nicht die zweite Säule wiederfindet, sondern einen gekrümmten, voll angestrengten Mann; denn ich denke, dass die wahre Säule des Tempels der Mensch selbst ist, und es kann weder ein Stück Bronze noch ein Stück Marmor sein. Wir werden nun in die erste Ebene der Lektüre des Liedes eintauchen, die Ebene des Augenscheinlichen

Das geöffnete Triptychon

Die Ebene des Augenscheinlichen

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Wir sind also auf der ersten Ebene, der profanen Ebene, der Ebene des Augenscheinlichen und auf der wörtlichen Ebene. Um diese Ebene des Augenscheinlichen im Hohen Lied (in seiner ursprünglichen Sprache)zu symbolisieren habe ich die Protagonisten des Liedes ausgehöhlt in bildhauerischer Weise dargestellt, wobei sie die erstaunliche Besonderheit aufweisen als herausgehoben wahrgenommen zu werden, sobald Sie sich einige Schritte entfernen.

Ich habe dieses Mittel gewählt um zu zeigen, dass – auf symbolischer Ebene – die erste Lektüre des Liedes nur ein Anschein ist wie der Anschein der Heraushebung dieser Figuren, dass die Liebe, die zwischen jenem Mann und jener Frau in diesem Gedicht beschrieben wird, nur ein Gleichnis ist um die heilige Verbindung zwischen der Menschheit und ihrem Schöpfer zu beschreiben. Wir werden nun die heilige Dimension des Liedes ansprechen. Dazu habe ich mich auf den Kommentar von Maimonide berufen, von dem wir kurz zuvor gesprochen haben, vom goldenen Apfel und den silbernen Wurzeln.

Die Ebene des Heiligen


Ich erinnere Sie an den Kommentar von Maimonide zum Hohen Lied. Er vergleicht es mit einem goldenen Apfel, der von silbernen Wurzeln umgeben ist und möchte damit sagen, dass man von außen die silbernen Wurzeln sieht – die sehr schön sind – die der profanen Dimension entsprechen, dem Wörtlichen und dem, was der Liebe zwischen einem Mann und einer Frau entspricht. Aber wenn man ins Innere eintaucht, entdeckt man das Goldene, die heilige Dimension, den Liebesgesang, der zwischen Gott und den Menschen exisitiert. Um den Apfel herum können Sie ein mythisches Jerusalem wahrnehmen.

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Extrait

  1. ’’Cantique des cantiques, de Salomon.’’

  2. Qu’il me baise des baisers de sa bouche !
    Car ton amour vaut mieux que le vin,

  3. tes parfums ont une odeur suave ;
    ton nom est un parfum qui se répand ;
    c’est pourquoi les jeunes filles t’aiment.

  4. Entraîne-moi après toi !
    Nous courrons !
    Le roi m’introduit dans ses appartements…
    Nous nous égaierons, nous nous réjouirons à cause de toi ;
    nous célébrerons ton amour plus que le vin.
    C’est avec raison que l’on t’aime.

  5. Je suis noire, mais je suis belle, filles de Jérusalem,
    comme les tentes de Kédar, comme les pavillons de Salomon.

  6. Ne prenez pas garde à mon teint noir :
    C’est le soleil qui m’a brûlée.
    Les fils de ma mère se sont irrités contre moi,
    ils m’ont faite gardienne des vignes.
    Ma vigne, à moi, je ne l’ai pas gardée.

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