DER RICHTER

Bronze – H 114 x 30 x 25 cm

Ich habe die Figur eines von Stolz aufgeblähtem Richter dargestellt, der aufgedunsen von seiner eigenen Bedeutsamkeit ist und dessen Finger von der Anklage zur Beherrschung übergegangen ist.

 

Man kann anmerken, dass dieser Richter zutiefst auf sein Gesetzesbuch gestützt ist. Diese Figur des Richters mit seinem ganz besonderen Ausdruck ist zur Macht gelangt durch andere Personen, die kleiner als er sind. Jeder der drei Personen auf dem Sockel stellt eines der Symbole der Justiz dar: die Waage, das Schwert und die Augenbinde. Aber selbstverständlich sind in der Darstellung der Justiz über den Durchgang durch das Prisma der Eitelkeit die Dinge verkehrt. Normalerweise hat die Justiz verbundene Augen, aber dort, ganz im Gegenteil, steht die Figur, die die Augenbinde trägt, auf Zehenspitzen und versucht so weit wie möglich zu schauen. Die anderen Symbole sind ebenfalls verkehrt worden: das Schwert ist nicht geeignet zu schneiden, sondern es dient vielmehr als Krücke, und die Waage ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten.

Sie können den ganz besonderen Charakter dieser Figuren wahrnehmen, ein Charakter, der in völliger Übereinstimmung steht mit dem Symbol, das sie darstellen.

Weit davon entfernt, von guten Dingen inspiriert zu werden, wie es ein guter Richter sein müsste, wird dieser Richter hier durch eine Allgeorie des Todes inspiriert, die über seinem Kopf umherwirbelt und die ihm einerseits Rat gibt und ihn andererseits wie einen Hund betätschelt.

Um diese Skulptur zu schaffen, die in den einzelnen Teilen sehr unterschiedliche Massenverteilungen aufweist, habe ich verschiedene Schmelztechniken angewandt und insbesondere Schmelztechniken aus dem Bereich der Schmuckherstellung (bezüglich der Hände und Füße der Allegorie des Todes).

Ein Text, der den Gedanken der Eitelkeit der Justiz einflößt

„Hier ist, was ich unter der Sonne gesehen habe: im Bereich der Justiz herrscht Ungleichheit; am Sitz des Rechts triumphiert die Ungerechtigkeit. Daher habe ich mir zu mir selbst gesagt: „Den Gerechten und den Bösen, Gott wird sie richten; denn er hat eine Zeit für jede Sache und für jede Handlung bestimmt.“ (Buch des Predigers)

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